• Digitaler Workflow in barockem Ambiente

    3. yodewo Insider Talk vermittelte neue Erfahrungen und wertvolles Wissen in der zahntechnischen CAD/CAM Fertigung

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  • 2014-07-29 21:51:27
  • Am 04. und 05. Juli 2014 trafen sich im Schlosshotel Maritim Fulda 20 Teilnehmer zum 3. yodewo Insider Talks und erlebten ein sowohl sportlich als auch inhaltlich erfolgreiches Wochenende. Freitags stand nach der offenen Gesprächsrunde zu digitalen Themen das gemeinsame „Rudelgucken“ des Viertelfinales Deutschland – Frankreich mit dem bekannten Ergebnis im Mittelpunkt.

    Der Samstag vermittelte mit einem hoch interessanten Vortragsprogramm neue Erfahrungen und wertvolles Wissen in der zahntechnischen CAD/CAM Fertigung.

    Der Vortrag „Strategisches Informations- und Marketingmanagement im Umfeld der digitalen Fertigung im Dentalmarkt“ zeigte anhand von Live-Beispielen auf, wie wichtig die Nutzung eines zentralen Marketing- und Wissensportals der Unternehmen ist. Hersteller, Dentallabore, Fertigungszentren und Dentalhandel veröffentlichen dort kompakte aussagefähige Profile, sowie  Erfahrungsberichte, Produkte und Dokumentationen, die imagefördernd wirken. Unter der Adresse yodewo.com ist umfangreiches Wissen gebündelt vorhanden, das im täglichen Umgang mit der CAD/CAM-Fertigung wertvolle Hilfestellung leistet und als positiven Zusatzeffekt eine bessere eigene Google-Platzierung erzeugt.

    Vom Intraoralscan zum Arbeitsmodell per Datenleitung und UPS oder in gewohnter Qualität, zu erträglichen Kosten schnell und präzise vor Ort gefräst. Traditionelles Know How im Kontext zum Technologiewandel. Dieter Wolff (Siladent Dr. Böhme & Schöps) stellte neue Ansätze der digitalen Modellherstellung über das subtraktive Verfahren vor.  Im Vordergrund stehen material- und zeitsparende Produktion für indikations-bezogene Modelle. Wirtschaftlichkeit und einfaches Handling der Software sollen jedem Dentallabor die digitale Modellherstellung ermöglichen. Grundlage dieses Weges sind kritische Analysen der zurzeit verfügbaren Technologien.

    Digitaler Workflow in der Zahntechnik: Realität oder Fiktion?Darstellung des digitalen Workflow im Standardlaborfräszentrum anhand eines Praxisbeispiels. Aufzeigen der zeitlichen Abläufe. Fehleranalyse und Verbesserungspotenziale auf dem Weg zum industriellen Fertiger. Mit dieser Fragestellung beschäftigte sich Marcus Kalb (Schütz Zahntechnik GmbH, Glashütte). Das klare Fazit brachte die Erkenntnis, dass die unterschiedlichen Systeme an etlichen Schnittstellen im Workflow zueinander nicht kompatibel sind und damit den offenen digitalen Workflow immer wieder an Grenzen stoßen lassen. Nicht jeder Intraoralscan kann mit jedem CAD- und schon gar nicht jedem CAM-System weiter bearbeitet werden. Dazu sind in der Regel Ergänzungssoftware für Datenkonvertierung in STL und Zusatzbibliotheken für CAD und CAM zu installieren. Das ist zeitaufwendig, kostenträchtig und erfordert zusätzliches Wissen im Umgang mit den Systemen. Aber auch die Konzentration auf validierte Systeme führt nicht automatisch zu einem durchgehend reibungslosen Workflow.

    Der Sinterprozess im digitalen Dental Workflow unter Berücksichtigung der Objektgüte, Prozesskosten und Wirtschaftlichkeit. Was geschieht beim Sinterprozess von Zirkon? Wie können Misserfolge ausgeschlossen werden? Friedrich Kullmann und Mario Möres (Thermostar GmbH) gingen in die Tiefe und zeigten Fehlerquellen auf, die auftreten können, wenn individualisierte monolithische Kronen oder Brücken nicht in der Farbgestaltung aus dem Ofen kommen, wie gedacht. Sorgfältiges Trocknen der eingefärbten Oxidkeramik  in einem Warmlufttrockner schützt den Zirkonofen vor Kontamination mit Farbpartikeln. Diesen und andere Aspekte, wie das korrekte Kalibrieren der Hochtemperaturöfen brachten die Referenten auf den Punkt. Besonders interessant sind die Zusammenhänge und Prozess-Schritte beim Sintern von Soft-Kobalt-Chrom.

    Den richtigen Werkzeugeinsatz zur Bearbeitung von Rohlingen aus Zirkon, Glaskeramik oder CoCr  und anderen Werkstoffen beleuchtete Frank Eckstein (FRANKEN" GmbH + Co. KG).  Das Fräsergebnis ist abhängig von Drehzahlen, Vorschüben, Anstellwinkeln, Einsatzfolge der Werkzeuge und Planung der Fräsbahnen. Das beeinflusst Standzeit und Verschleiß. Wesentliche Bedeutung kommt der Qualität der Werkzeuge in Rundlaufgenauigkeit und Beschichtung zu. Veränderungen im Workflow beim  Einsatz der Werkzeuge, ohne die Templates im CAM anzugleichen, können zu unerwünschten Ergebnissen führen. Kürzere Standzeiten bedeuten in der Folge höhere Werkzeugkosten. Ebenso wirken längere Fräszeiten negativ auf die Kalkulation, bis hin zu Rauigkeiten der Oberflächen, die manuell nachbearbeitet werden müssen.

    Achim Müller (Müller Dentaltechnik, Ettlingen) fasste seine Erfahrungen des Anwendervergleichs der Systeme Sirona, 3Shape und Zirkonzahn Exocad zusammen. Der Sirona Software kann das Prädikat sehr gut gegeben werden, da hier die längste Erfahrung seit Mitte/Ende der 80er-Jahre vorliegt. Die schnelle Schleifmaschine ist für Einzelkronen, sowie zur Bearbeitung von Hybridmaterial und Siliziumdisilikat gut einsetzbar. Eingeschränkt sind die Möglichkeiten mit dem 3Shape-Interface. Die Ausgabe von STL-Files sollte auf Sicht gesehen möglich sein. Die 3Shape Software hingegen ist sehr übersichtlich designed. Die Navigation mit Anweisungen für den Anwender ist komfortabel. Bei der intraoralen Datenerfassung ist Cara-3Shape, nach Erfahrung von Achim Müller, führend. Sie verfügt über einen Modelbuilder. Weiterentwicklungen im Segment Realcolour Darstellung und Bildqualität werden zügig umgesetzt. Die Schleifergebnisse weisen eine ausgezeichnete Passung auf. Zirkonzahn besticht durch Unabhängigkeit in der Produktion und Materialvielfalt. Aufgrund des Scannens mit Artikulator gibt es kaum digitale Biss Probleme. Individuelle Abutments aller Anbieter für jede Indikation runden die Vielfalt ab. Die 5 +  1 Achsenfertigung macht alles fräsbar, selbst das, was manch ein Industriefräszentrum als nicht umsetzbar beurteilt.

    Datensicherheit und Datenorganisation haben elementare Bedeutung im digitalen Workflow. In der täglichen praktischen Umsetzung gibt es immer noch erhebliche Mängel, auch weil Standesvertretungen ihre Mitglieder lückenhaft informieren.  Was ist sicherer? Ein vom Internet komplett isolierter PC, dessen Daten auf einem USB-Stick gespeichert werden oder eine gesicherte Point to Point Onlineverbindung, über die Abrechnungs- und Patientendaten übermittelt werden? Antonio Pedrazzini (Frontend.biz GmbH, München) referierte mit viel Witz und fundiertem Hintergrundwissen über dieses wichtige Thema.

    Alle Teilnehmer waren von der hohen fachlichen Qualität und der praktischen Vermittlung der Erfahrungen begeistert. In den Pausen wurde der Wissensaustausch untereinander intensiv fortgesetzt.
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